Phönix – kleine Lebensretterin

 © Sophie Apfler

Vor sechs Jahren kam ich mit gar nichts in Wien an. Ich wusste weder wohin noch was ich mit mir anfangen sollte. Irgendwann fand ich ein kleines billiges Zimmer in einen Wohnheim. Es ging mir sehr schlecht. Ich war sehr einsam und einfach nur komplett depressiv. Nach einiger Zeit habe ich eine kleine Wohnung gefunden und hatte dann zumindest meine eigene kleine Bleibe. Doch sonst änderte sich nichts. Ich war einfach alleine, niemand war für mich da und ich war zu traurig, um irgendwas auf die Reihe zu bekommen.

Dann fing ich an zu überlegen, ob es möglich wäre, einen Hund zu nehmen. Ich hatte Angst, dass ich es finanziell nicht stemmen könnte und ich hatte noch mehr Angst davor, den Anforderungen nicht gerecht zu werden, die der Vierbeiner an mich stellen würde. Nach langem hin und her hab ich mir dann einfach mal einen Wurf angesehen, schauen kostet ja nichts und was soll schon sein……

Natürlich verliebte ich mich sofort in die kleinen Mäuschen, so etwas süßem hatte ich nichts entgegen zu setzen. Ich ging nach Hause und kratzte mein komplettes Geld zusammen und rief an, dass ich die kleine Braune nehmen wolle. Die Dame hat mir dann zugesagt, ich war einfach nur glücklich, aufgeregt und alles andere, was man sich vorstellen kann. Ich richtete meine kleine Wohnung für meinen neuen Mitbewohner ein und besorgte alles, was ich für notwendig hielt.

Oh wie lange es dauerte, die Zeit verging so extrem langsam, das war der Wahnsinn sag ich euch. Dann endlich war der wichtigste Tag in meinem Leben gekommen, ich durfte die kleine Maus abholen! Mit einer Tasche, in die ich ein Handtuch gelegt hatte, fuhr ich mit der U Bahn zu der Züchterin. Endlich hielt ich meinen Welpen in Händen. Es war so ein schönes Gefühl. Als wir zusammen zu Hause ankamen, ist die Kleine sofort in die Wohnung gelaufen und hat sich alles angeschaut. Eigentlich wollte ich ganz hart bleiben und sie nicht ins Bett lasen, was aber in der zweiten Nacht einfach nicht mehr machbar war. Es war so eine schöne Zeit an die ich mich immer wieder gerne zurück erinnere. Jetzt hatte ich auf einmal ein Lebewesen, welches mich brauchte und viele Bedürfnisse hatte und ich war fest entschlossen, es nicht nur gut zu machen, sondern perfekt.

Ach ja. Irgendwann fiel mir dann auf, dass ich nicht mehr ständig traurig war und dass ich beim Spazieren mit vielen Leuten ins Gespräch kam. Endlich hatte ich so etwas Ähnliches wie ein Sozialleben. Ich fand Menschen, mit denen ich mich öfter traf und die zu Freunden und Bekannten wurden. Mein Leben änderte sich gewaltig und das alles nur, weil ich ein kleines Hündchen hatte. Ich wollte ihr das schönste Leben bieten und ihr alles geben, was sie braucht. Aber in Wirklichkeit hat sie vielmehr für mich getan als ich für sie. Ich fand einen Job, eine tolle Freundin, mit der wir täglich Zeit verbringen und die die Kleine über alles liebt und ich fand sogar die Liebe.

Mittlerweile haben wir eine schöne Wohnung und ich bin im Großen und Ganzen zufrieden und glücklich. Ich bin dem kleinen Leben so dankbar, ich wüsste nicht wie es mir gehen würde, hätte ich sie damals nicht adoptiert Sie ist der beste Therapeut und der beste Freund den man haben kann. Ich möchte einfach nochmal danke sagen: Danke, dass du in mein Leben getreten bist und es mit deiner schönen Art in einer so tollen Weise auf den Kopf gestellt hast. Ich werde immer für dich da sein und werde nie vergessen, was du für mich getan hast, indem du einfach nur da warst und bist.

Ich hoffe eure Hunde geben euch auch das Gefühl von unendlichem Glück und grenzenloser Liebe. Das war die Geschichte, wie mich ein kleiner Hund gerettet hat.

Sophie - Phoenix Cropped

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