Hallo, ich bin Burli.

© Bruni Keimel

Ich bin in Ungarn geboren und lebte dort auch eine Zeit lang. Aber irgendwann brauchte man mich nicht mehr und es wurde ein Inserat auf Willhaben gestellt, wo ich zum Kauf angeboten wurde!!! Irgendwie landete diese Anzeige in einer Mopsgruppe, die sich “Mops Österreich” nennt und man wurde auf mich aufmerksam. Unter mein Inserat wurden viele Kommentare geschrieben. Auch ein Mann dieser Gruppe hat das alles gelesen. Eine Dame hatte da wohl schon Kontakt zu meiner Familie aufgenommen und so erfuhren die Menschen, dass ich bei minus 17 Grad im Freien leben musste. In der Nacht wurde ich nur in so eine alte Eisengarage eingesperrt. Aber ich war nicht alleine, es waren auch noch andere Hunde dort.

Als dieser Mann von dem ich vorher schon erzählt habe das gelesen hat, nahm er sofort mit einer Dame Kontakt auf, die das auch mitgeschrieben hat und sagte zu ihr, dass er erst mit seiner Frau sprechen muss, die aber noch bei der Arbeit sei. Der Mann und die Dame schrieben noch einige Zeit hin und her. Die Dame besorgte auch schon die Kontaktdaten für mich, die sie wohl von der Dame hatte, die berichtet hat das ich im Freien lebe!!! Einige Stunden später kam dann die Frau dieses Mannes von der Arbeit nach Hause und er redete mit ihr über mich. Diese Frau sagte zu ihrem Mann, dass ich so arm sei und mir unbedingt geholfen werden musste!!! Dann schrieb diese Frau auch etwas unter mein Inserat, nämlich das sie am nächsten Tag zu meinen Menscheneltern Kontakt auf nehmen wollen. Alle in dieser Gruppe freuten sich riesig, aber auch eine Frau aus Deutschland hatte Interesse an mir!!! Als die Frau aus Deutschland las, was die andere Frau geschrieben hatte, schrieb sie ihr eine PN (natürlich weiß ich nicht was das ist).Jedenfalls stand da drinnen, sie soll sie auf dem Laufenden halten und ihr sagen, wie sie sich entscheidet .

So am nächsten Tag telefonierte der Mann dann mit meinen Menscheneltern und sie redeten eine Zeit lang. Es wurde auch die Adresse erwähnt, wo ich wohnte.Jetzt kannte ich mich überhaupt nicht mehr aus. Aber es kamen ja öfter Leute zu uns, die einen Hund abholten. Am nächsten Morgen, in aller Früh bellten auf einmal die Hunde in der Nachbarschaft und auch bei uns hat unser Wachhund gebellt. Die wollten gar nicht mehr aufhören. Das ging geschlagene 1 1/2 Stunden so weiter. Dann kam endlich mein Herrli aus der Tür und sperrte unseren Wachhund ein. Das habe ich alles nur gehört, da ich ja in der Eisengarage eingesperrt war.

Auf einmal hörte ich mein Herrli mit einem Mann sprechen, in einer Sprache die ich nicht kannte. Ich verstand nur Bahnhof!!! Dann holte mich mein Herrli aus der Garage und ich freute mich so. Aber ich konnte es nicht so richtig zeigen, da ich Angst vor ihm hatte. Dann sah ich auf einmal eine Frau und einen Mann bei der Gartentüre hereinkommen. Die Frau ging in die Knie und wollte mich anfassen, aber ich traute mich nicht zu ihnen hin, ich hatte viel zu viel Angst. Mein Herrli sagte, ich sei am Anfang etwas schüchtern. Sie gingen in das Haus und dort blieben sie auch eine Zeit lang. Ich musste im Garten bleiben bei der klirrenden Kälte!!!

Als sich die Tür wieder öffnete und die drei wieder heraus kamen, wollte mich mein Herrli einfangen, was ich aber nicht so richtig wollte, weil ich Angst hatte. Als er mich endlich hatte, wurde ich dem fremden Mann in die Hand gegeben und die Frau wollte mich streicheln, aber ich zuckte sofort zusammen. Dann wurde mir was um den Hals gelegt, was sich Halsband nannte. So etwas hatte ich nie zuvor um den Hals. Die Frau setzte sich dann ins Auto und der Mann gab mich ihr in die Hand. Sie packte mich in ein dickes Handtuch ein, da ich voll am Zittern war und dann fuhren wir auch schon los. Die Frau streichelte mich ganz sanft, aber mir war es unheimlich, hatte mich nie zuvor jemand so berührt!!

Schön langsam wurde es im Auto auch wärmer und da entdeckte ich am Rücksitz noch zwei Hunde, die mich anguckten, aber keiner gab einen Ton von sich. Wir fuhren so dahin und da meinte die Frau, jetzt sind wir schon wieder in Österreich, jetzt wird sie mal Marietta anrufen. Das tat sie dann auch. Mich in einem Arm und in der anderen Hand das Telefon!!! Die zwei sprachen darüber, dass ich jetzt in Sicherheit sei und nie wieder frieren muss!!! Die Frau, die mich im Arm hielt, erzählte der Marietta auch, dass sie ein total schlechtes Wetter beim Fahren hatten und ein richtiger Schneesturm ging, aber sie haben es mir zuliebe gemacht und trotzdem den weiten Weg von Kärnten nach Ungarn auf sich genommen, um mir ein schönes Leben zu schenken. Das Telefonat wurde beendet und der Mann sagte zu der Frau, dass ich wie ein Ziegenbock stinke.

Bei Graz wurde angehalten, damit wir auf Klo gehen können. Aber das passte mir ganz und gar nicht mit dem Ding um meinen Hals. Als dann auch noch eine Leine daran fest gemacht wurde, da tanzte ich zuerst mal im Kreis. Aber ich beruhigte mich schnell und hatte das erste Mal Kontakt zu den beiden Hunden. Sie waren voll süß und meine Nase verriet mir, dass es Mädchen waren. Beim Weiterfahren durfte ich dann hinten bei den Mädels sitzen, aber ich getraute mich nicht mal mich zu bewegen, geschweige denn, die beiden zu beschnüffeln. Nach einer Zeit sind wir endlich angekommen und wir gingen in eine große Wohnung mit lauter kleinen Bettchen am Boden. Ich wurde zu allererst in die Badewanne gesteckt und gewaschen, was mir sehr gut tat, da es so fein warm war. Dann sagte die Frau willkommen im neuen Zuhause und hat mich abgetrocknet und in ein Handtuch eingepackt, damit mir nicht kalt war.

Es stellte sich heraus, dass ich vor allem und jeden Angst hatte, außer vor meiner neuen Mami nicht. Jetzt wohne ich schon fast ein Jahr bei meiner Familie mit meinen zwei Freundinnen Jessy und Melly. Meine Mami heißt Bruni und mein Papa Peter!!! Wir bekämpfen jeden Tag meine Angst aufs Neue. Es ist schon vieles besser geworden und ich hoffe, ich werde mal frei von Ängsten sein. Zu Silvester werde ich meinen zweiten Geburtstag feiern, den genau an diesem Tag wurde ich gerettet und ich hab ja noch viel vor, da ich ja erst 2 1/2 Jahre alt bin!!!

Ich hoffe viele Menschen werden sich ein Beispiel an meinen jetzigen Eltern nehmen und einer geschundenen Seele ein neues Zuhause schenken!!!Ich hätte noch so viel zu erzählen, aber dann wird das ein Roman. Heute geht es mir gut und ich genieße mein Leben. An meinen Ängsten wird weiterhin gearbeitet und hoffentlich werde ich sie mal
ganz verlieren.

Bruni-Burli

comments (2)

  • frank luis

    so lieb

  • antje stadlmüller

    sehr schöne geschichte

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